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5.7.2007

Heiß begehrt: INQA-Broschüre zu Stress am Arbeitsplatz

Kellnerin mit Tablett in Restaurantküche

Die Kollegen in unserem Informationszentrum hatten in den vergangenen sieben Tagen viel zu tun. Rund 2000 Exemplare der Neuauflage der INQA-Broschüre "Integration der psychischen Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung" wurden in dieser Zeit dort bestellt, die gesamte zweite Auflage - vergriffen!

Die Broschüre bietet einen praxisnahen Einstieg zum Umgang mit Stress am Arbeitsplatz. Anschaulich zeichnet sie den Prozess der Gefährdungsbeurteilung von der Analyse über die Bewertung und Maßnahmenumsetzung bis hin zur Wirkungskontrolle nach.

Stress am Arbeitsplatz - eine akute Gefährdung

Angesichts der enormen Nachfrage muss der Bedarf an Hilfestellungen und Informationen zum Thema riesig sein. Die Gefährdung von Beschäftigten durch psychische Fehlbelastungen und Stress am Arbeitsplatz hat im Laufe der letzten Jahre immer mehr zugenommen. Der anhaltende wirtschaftliche Boom in Deutschland verschärft die Situation vielerorts weiter.

Rund eine halbe Million neuer Jobs hat die aktuelle Boomphase bis heute gebracht. Dabei hat die Zahl der Beschäftigten bislang weniger stark zugenommen als in der letzen Aufschwungphase zwischen 1998 und 2000. Diese Zahlen meldet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in seinem aktuellen Report.

"Stattdessen arbeiten die mehr, die bereits Arbeit haben", erklärt das IMK die unterschiedliche Entwicklung. Eine aus Sicht der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) alarmierende Aussage. Der durch die Konkunktur gestiegene Bedarf an Arbeitskräften werde über mehr Überstunden und weniger Kurzarbeit gedeckt. Zudem arbeiteten Beschäftigte mit Zeitkonten jetzt länger und auch die Arbeitszeit der Teilzeitbeschäftigten steige an, heißt es in der Juni-Ausgabe des IMK-Reports weiter.

Immer mehr Überstunden

Der Trend des vergangenen Jahres setzt sich folglich fort. 41,9 Überstunden pro Jahr und Arbeitnehmer in Deutschland - so sah der statistische Durchschnittswert im Aufschwungjahr 2006 aus. Die Zahl der bezahlten Überstunden stieg zum ersten Mal seit 2001 wieder. Laut Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit leisteten die Arbeitnehmer insgesamt 1,45 Milliarden Überstunden.

Diese Entwicklung - mehr Überstunden, statt mehr Stellen - bedeutet in der Konsequenz für viele Beschäftigte eine andauernde Fehlbelastung. Private Belange bleiben zunehmend unberücksichtigt, Freizeit zur Erholung wird anhaltend reduziert, permanente Mehrarbeit, Zeit- und Leistungsdruck stellen enorme psychische Belastungen dar.

Prävention und Gesundheitsschutz

Die Fehlbeanspruchungen beeinflussen auf Dauer die Gesundheit der Betroffenen negativ - psychische Ermüdung, Stress und ermüdungsähnliche Zustände drohen. Sie lassen sich mit einem Leitbild guter Arbeit nicht vereinbaren. Weder aus Sicht der Beschäftigten, deren Gesundheit gefährdet ist, noch aus Sicht der Unternehmen. In der repräsentativen INQA-Studie "Was ist gute Arbeit?" machten 41 Prozent der Beschäftigten deutlich, dass unter einem erhöhten Arbeitspensum und -druck auch die Qualität der geleisteten Arbeit leidet. Hinzu kommt der wirtschaftliche Schaden durch den Arbeitsausfall aufgrund psychischer Erkrankungen. Laut DAK-Gesundheitsreport 2007 entfallen rund 10 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage auf diese Krankheitsart.

INQA bietet Handlungshilfe

Die Antwort auf die aktuellen Entwicklungen am Arbeitsmarkt muss daher lauten: Prävention und Gesundheitsschutz sind wichtiger denn je. Im Hinblick auf geeignete Maßnahmen stellt die INQA-Broschüre "Integration der psychischen Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung" eine - gemessen an der Nachfrage - offenbar dringend benötigte Handlungshilfe für die Unternehmen dar.

Die Broschüre führt in den Themenbereich der psychischen Belastungen ein und versucht im Hauptteil, eine idealtypische Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung aufzubereiten. Es werden zahlreiche kommentierte Literaturempfehlungen gegeben und im Anhang praktische Arbeitshilfen dargestellt.

Mehr zum Inhalt und die PDF-Version zum Herunterladen finden Sie hier.